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Mittwoch, 19. Oktober 2022

Gedanken "machen"?

Wiedermal gegen halb 4 wach geworden und "nachgedacht". 

Worüber? 

Woher kommen die Gedanken überhaupt? 

Wer oder was "macht" sie? 

Macht man sich Gedanken oder machen sich die Gedanken selbst? 

Wer oder was hat mich geweckt und warum? Woher kommt die Frage? 

Eine Melodie von Bach klingt durch meine Sinne. Dann die Melodie der Serie "Gilmore Girls". Steht Rory Gilmore tatsächlich auf Jess? Aber was ist dann mit Dean? Das sind wirklich essentielle Fragen, die dringend gegen halb 4 geklärt werden müssen. ;-) 

Da lieg' ich also wach und beobachte die stark frequentierte "Gedankenautobahn". Sie zur "verkehrsberuhigten Zone" zu erklären ist zwecklos. Das ist lediglich ein weiterer Gedanke unter Vielen. 
GE (h) DANKE! 

Was, wenn´s ein Erdbeben gibt? Dann nix wie raus hier. Die aus´m Erdgeschoss sind wohl am schnellsten draußen... 

Schon krass: Dank der Gravitation kann ich hier liegen. Wäre sie nicht vorhanden, würde ich herumschweben. ALLES würde herumschweben. Man könnte nicht mal eine Flüssigkeit in ein Glas einschenken. Die Flüssigkeit würde im Raum schweben. Würde wie ein Zaubertrick aussehen. Was bei fehlender Schwerkraft fehlt, kann man ja ansatzweise bei Astronauten beobachten, die längere Zeit keiner Gravitation ausgesetzt sind. Das mag zwar die Gelenke schonen, aber es lässt angeblich auch die Muskeln verkümmern. 

So "kleben" wir also quasi auf diesem "Raumschiff Erde", das im All schwebt, bzw., das einmal pro Jahr elliptisch um die Sonne segelt und sich einmal pro Tag um die eigene Achse dreht, ohne dass uns davon schwindlig wird. 

Und irgendwann in der Früh, geht dann die Sonne auf. - Quatsch! - Die geht weder auf noch unter, weil sie ein Fixstern ist. Es ist die Erde , die sich dreht.
Und die Sonne hat exakt den "richtigen" Abstand zur Erde und all den anderen Planeten. Wäre sie nur minimal näher an der Erde, oder weiter weg, wären wir alle geliefert. 

Schlaue Gedanken, dumme Gedanken, wichtige Gedanken, unwichtige Gedanken, alte Gedanken, neue Gedanken, absurde Gedanken, abstrakte Gedanken, komplizierte Gedanken, einfache Gedanken... 
Vielleicht sollte ich was Einfaches denken, was Banales. Aber auch DAS funktioniert nicht, es ist einfach nur ein weiterer Gedanke in der Gedankenkette. 

...

Wenn Gedanken wirklich kontrolliert werden könnten, dann müsste es ja möglich sein, nur noch "harmonische" Gedanken zu haben, oder?! 

Viel Erfolg! 

Das höchste Ziel (falls es denn eins gibt): 
DAS zu sein, was keinen Sinn braucht, um zu sein. 

(Gebet eines Skeptikers: "Lieber Gott - falls es dich gibt, 
rette meine Seele - falls ich eine habe.)









© Text und Foto: Petra Illenseer




Mittwoch, 14. September 2022

Secondhand-Leben?

Warum ich diese Gedanken hier poste, weiß ich jetzt auch nicht so genau. Aber ich weiß so Vieles nicht, also wird gepostet.


Hab mich vorhin gefragt, ob die oft so viel gepriesene Zivilisation nicht manchmal echt überbewertet wird. In einer weniger zivilisierten Welt würde es mich längst nicht mehr geben und das wäre dann irgendwie auch egal. 
"Dem Prozess vertrauen..." heißt es immer so schön. Das ist gar nicht immer so leicht, wenn man von Regeln, Vorschriften, Verlockungen etc. umgeben ist. Auch wenn man weiß, dass es keine gute Idee ist, sich mit anderen (denen es "scheinbar besser" geht), zu vergleichen, tut man es leider dennoch oft. Ein altes, verbreitetes und vertrautes Denkmuster, an dem man festhält, auch wenn es weh tut. An und für sich nutzlos und es sollte auch immer wieder mal hinterfragt werden. Wie so Vieles. 


Einerseits scheinen die Lebensumstände immer komplizierter zu werden, andrerseits strebt etwas in uns nach einem "einfachen Leben". Ein Interessenskonflikt. Führen wir nicht oft so eine Art "Second-Hand-Leben"? Man lebt, wie es die anderen quasi von einem erwarten. Tut man dies nicht, gerät man in Schwierigkeiten. Es werden einem Steine in den Weg gelegt, man trifft auf Unverständnis und/oder Schuldzuweisungen.

Menschen wenden sich von dir ab, die du eigentlich auf deiner Seite wähntest. Also geht man Kompromisse ein, auch wenn diese überhaupt nicht zu einem passen. 


Das ist enttäuschend. 
Bestenfalls ernüchternd! 
Am Ende hat man nur noch sich selbst. 
24/7. 







© Text und Foto: Petra Illenseer





Freitag, 8. November 2019

Wahrheit und Gegenteil

Einer der Sätze, die mich im Siddhartha-Buch am meisten berührt haben, ist:

VON JEDER WAHRHEIT IST DAS GEGENTEIL EBENSO WAHR!

So in etwa lautet auch eins der Prinzipien der Buddhistischen Psychologie. Dort wird das "einseitiges Denken" genannt.

So lautet also das 10. Prinzip der Buddhistischen Psychologie:

Gedanken sind oft einseitig und falsch.
Lerne, dir deiner Gedanken bewusst zu sein,
statt dich darin zu verlieren. *


Man sollte sich wirklich nicht alles glauben, was man denkt! :-)

© Text und Bild: Petra Illenseer
* Zitat aus Jack Kornfield's Buch: "Das weise Herz"

Montag, 15. April 2019

mehr...MEHR... M E H R ???

Mehr wovon?

Seit einer gefühlten Ewigkeit bekomme ich nun gut gemeinte Ratschläge und Tipps... Bekomme subtil oder auch knallhart mitgeteilt, was ich "falsch", bzw. wovon ich nicht genug oder evtl. auch zuviel mache...

Was hab ich mir alles anhören müssen, in den letzten Jahren und Jahrzehnten?

mach Yoga

meditiere
bete
wiederhole Mantren
iss kein Fleisch mehr
iss mehr Fleisch
mach Körperübungen
Bewegung Bewegung Bewegung

mehr mehr mehr...

dieses Buch, das nächste Buch und noch ein Buch
ein Workshop, der nächste Workshop und noch einer
ein Seminar, ein Retreat, ein Kurs und noch einer
mach Schmerztherapie
geh auf REHA

geh zum Osteopathen
zum Heilpraktiker...ich kenn da einen wirklich Guten...bla bla
mach Feldenkrais
mach Atemübungen
mach Aufstellungen
versuch´s mal mit Hypnosetherapie
mach Psychotherapie, aber die "Richtige" 
geh spazieren
geh Waldbaden
geh schwimmen
geh walken
mach diese Übung, mach jene Übung
lass dich spritzen
mach Faszientraining... es sind immer die Faszien...
schreib Tagebuch, schreib alles auf... schreib dir alles von der Seele...
probier mal diese oder jene Salbe
probier mal diese oder jene Tabletten
besauf dich mal ordentlich

kiff mal was 
iss mehr Fett 
iss weniger Fett
Akupunktur vielleicht? 
Vipassana? Metta? Entspannung? 
hast du´s schon mit Rolfing oder Kinesiologie versucht?
ach die Zahnschiene hat auch nich geholfen? 

kümmere dich um Andere
kümmere dich um Tiere 
lass einfach los 
beantrage EM-Rente... ach, wurde abgelehnt? 
gib nich auf, kämpfe kämpfe kämpfe...
immer weiter kämpfen... 

Mach was... tu was... mach das Richtige... mach mehr von diesem, weniger von Jenem... und hier lang is bestimmt der richtige Weg... das hat anderen auch schon geholfen... ANDEREN...

Ich hab versucht meine Gedanken und Gefühle zu ändern, 
hab versucht, sie zurückzuweisen, sie zu ignorieren, 
ich hab versucht, sie zu bekämpfen, Widerstand zu leisten, 
ich hab versucht, sie weg zu meditieren, Medikamente dagegen zu nehmen, meine Einstellung zu ändern, alles an Gedanken und Gefühlen zuzulassen, 
loszulassen, zu entspannen... 

Ich hab absolut alles versucht. Bis auf eins:

AUFGEBEN


Das, was du zu kontrollieren versuchst,
kontrolliert in Wirklichkeit dich. 




© Text und Bild: Petra Illenseer





Sonntag, 22. Juli 2018

Schlaflos

Letzte Nacht gegen 4 Uhr morgens war ich meinen Schlaf los.

SCHLAFLOS


Und das Sorgen-Karussell drehte sich wieder und ich fand den Aus-Schalter nicht. Warum weckt ES mich bitteschön morgens um 4 Uhr auf und schickt mir beunruhigende Gedanken? Diese Gedanken tauchen auf, wie ungebetene Gäste. Man würde sie gerne wegschicken, aber je mehr man sie weg haben will, umso frecher werden sie.
Der Körper dreht sich von rechts nach links, von Bauchlage zu Rückenlage und wieder zurück... und dann alles nochmal von vorne. Der vergebliche Versuch, durch eine bessere Schlafposition wieder ins Nichts versinken zu dürfen, scheitert. 

Der Nacken schmerzt. Der obere Rücken schmerzt. Hatte ich einen Unfall? Der Körper dehnt und streckt sich. Es knackt im rechten Fuß, im Kniegelenk, im Rücken...
4:45 Uhr: Bald beginnt es zu dämmern... Dann kann ich ja erst recht nicht mehr einschlafen. Das Fenster ist mit einer Decke verdunkelt. Vielleicht hilft es ja.
Kein Geräusch in der Wohnung.
Alles still.
STILLE.
Niemand wach, außer mir?
Als wär ich allein auf der Welt.
Ich konzentrier mich auf den Atem.
Merke, dass nicht ICH es bin, die atmet.
Ich werde geatmet.
Sollte ich wieder einschlafen, werde ich immer noch geatmet.
ES atmet mich, so wie es das jede Nacht tut, während ich schlafe. ES lässt auch das Herz schlagen, pumpt das Blut durch den Organismus, kümmert sich um alles...
Aber ES lässt mich nicht schlafen.
Warum?
Darum!
Weil es eben so ist.
Die Kühle des jungen Morgens dringt durch das gekippte Fenster. Ein leichter Windhauch bewegt sanft den Vorhang. 

Und wäre da nicht diese WACHHEIT, würde es niemand bemerken, dass der Vorhang sich bewegt.
Die Baldriantropfen... sie bewirken nichts. Ich bin hellwach, weil ES mich wach haben will. ES lässt mich diese Worte schreiben.
GÄHNEN.
Die Ereignisse des letzten Tages blitzen im Gewahrsein auf. Wie Gespenster spuken sie herum, treiben ihr Unwesen. Manche fordern mehr Aufmerksamkeit als andere. Manche verweilen länger, andere verschwinden schnell wieder. 


Ein japanische Legende besagt, dass man im Traum eines Anderen wach sei, wenn man nachts nicht schlafen kann.

Ein Schmerz im Rücken.
Ruhig fließender Atem.
STILLE.
Es regnet.

ICH LIEGE UND SCHLAFE... EBEN MANCHMAL AUCH NICHT.




© Text und Bild: Petra Illenseer



Freitag, 9. März 2018

Eine bessere Welt?

...Wie würde die aussehen, die BESSERE Welt?
Etwa wie so eine Art Schlaraffenland, wo einem die gebratenen Tauben in den Mund fliegen?
Siehst du, und schon hätten wir die Vegetarier gegen uns. Die Veganer sowieso. 

Wir haben ein Konzept, wie es sein müsste, damit die Welt ein besserer Ort wäre. 
Und dieses Konzept von einer besseren Welt, mag für eine große Anzahl von Menschen sehr ähnlich aussehen. Wir stellen uns dann gewöhnlich die Welt als einen schönen, harmonischen Ort vor, an dem es keinen Streit und schon gar keine Kriege gibt... ein paradiesischer Ort, wo es genug von allem für alle gibt, Menschen und Tiere leben in friedlicher Koexistenz und respektieren sich gegenseitig... usw... usf...
Das wäre die Idee.
Aber wenn wir genauer hinschauen, stellen wir fest, dass  jeder eine andere Idee davon hat, wie die Welt aussehen müsste, um "perfekt" zu sein. 

Wo der eine Blumen und Bäume möchte, will der andere eine asphaltierte Straße. Und jeder ist überzeugt von seiner Idee. 

Das SEIN macht keine Fehler, auch wenn es für unseren Verstand so aussehen mag.

Unsere Konditionierung füttert den Glauben an Getrenntheit. Den Glauben an ein ICH, welches getrennt ist vom Rest der Welt und welches eine Meinung haben muss, an der es vehement fest hält, um sich selbst und anderen zu beweisen, dass es existiert. Ein ICH, das alles besser weiß.

Aber könntest du auch nur einen Gedanken denken, wenn das SEIN es nicht wollte?
Wer entscheidet, was richtig oder falsch ist? 

Schon Shakespeare wusste, dass an sich nichts weder gut noch böse ist. Das Denken macht es erst dazu.
Woher kommen aber nun die Gedanken? Und wer oder was denkt den Denker? 


Unser Gedankengut ist bis zum bersten angefüllt mit Konditionierungen und Glaubenssätzen und diese sind so raffiniert und tarnen sich so gut, dass wir sie die meiste Zeit über gar nicht als solche wahrnehmen.
Wenn ein Konzept nur oft genug wiederholt wird, bildet sich eine Meinung. Wenn eine Meinung oft genug wiederholt wird, wird sie zur Überzeugung. Und Überzeugungen hält man oft für die absolute Wahrheit. Manch einer würde töten dafür.

Jeder DENKT, er hat recht.
Dabei ist es meist nichts weiter als ein Konzept, an dem er hängt und das er aus irgendwelchen Gründen nicht aufgeben möchte oder kann.

Aber Meinungen sind nur Meinungen und keine Tatsachen. 



© Text und Bild: Petra Illenseer