Mittwoch, 27. Mai 2015

Wahrheit ist

Eine Freundin legte mir mal wieder eindringlich so einen "Wahrheitsverkünder" ans Herz, den man unbedingt aufsuchen müsse und wenn es das Letzte ist, was man tut. Er sei ja so klar und die Wahrheit würde ihm förmlich aus allen Poren sickern, höchste Erwachensstufe... und bla bla bla, ihr wisst schon.
Das löste bei mir "höchste Alarmstufe" aus! Ich holte mal ganz tief Luft, schaute ihr direkt in die Augen und hörte mich laut und deutlich folgende Worte sagen: 

Wenn du wissen willst, was die WAHRHEIT ist, dann schau dich doch mal um! 
Was siehst du?
- Hier... Küche, Teller, Tassen... - Wahrheit
Ich fuchtelte mit den Händen in der Luft herum, klapperte mit den Tassen und Tellern die da herumstanden...
Was hörst du? -
Klappern und klirren... - Wahrheit
Der Gedanke, der gerade jetzt in dir aufsteigt - Wahrheit
Dass du mich jetzt anmaßend und arrogant findest - Wahrheit
Dass du nicht kapierst, warum ich jetzt so reagiere - Wahrheit
Deine überraschte Reaktion auf das was ich jetzt sage - Wahrheit
Die Worte die an dein Ohr dringen...
Die Emotion, die gerade in dir aufsteigt...
Wahrheit!

Wir sind umgeben von Wahrheit.
Hören, schmecken, sehen, riechen, atmen Wahrheit.
Die ganze Zeit!
Wir ertrinken fast in Wahrheit.
Es gibt überhaupt nichts außerhalb davon. Wie denn auch? 

Selbst wenn du eine Lüge erzählst, dann ist eben die Wahrheit, dass du gerade eine Lüge erzählst!

Hast du´s?!

Ich bin gernervt von Secondhand-Wahrheiten.

Wahrheit IST
...und zwar die ganze Zeit!

<3


© Text und Bild von Petra Illenseer

Sonntag, 3. Mai 2015

Alles unter Kontrolle oder was?

Kennst du das? - Du nimmst dir irgendwas ganz fest vor und dann kommt alles ganz anders? 
Du nimmst dir z.B. vor, mit dem Rauchen aufzuhören, endlich mal Spanisch zu lernen, keinen oder weniger Alkohol zu trinken, täglich zu joggen und deinen Körper nicht mehr mit Junk-Food vollzustopfen. Oder such dir was einfach irgendwas anderes aus der endlosen Gute-Vorsätze-Liste aus! Aber siehe da, du findest dich auf einmal bei McDoof wieder, wie du dir genüsslich einen Hamburger hinter die Kauleiste schiebst. Danach peinigt dich das schlechte Gewissen und die Eingeweide ächzen. 

Versager!
Du hast es vermasselt!
Du hast dich nicht unter Kontrolle! 

Aber stimmt das denn?

Nehmen wir mal an, du kriegst es tatsächlich hin, einen deiner guten Vorsätze in die Tat umzusetzen. Sicher erinnerst du dich an eine Situation, in der du das geschafft hast, oder? Du fühltest dich großartig, nicht wahr? Du hast eine Entscheidung getroffen, etwas Gutes für dich zu tun und hast es gemacht! 

Jetzt dachtest du vermutlich, du hättest die Dinge unter Kontrolle. 
Es fühlte sich so an, oder?

Wie ist das also? 

Wenn´s gut läuft, hast du alles unter Kontrolle und wenn du´s vermasselst nicht?

Nun, die meisten Menschen auf diesem Planeten, würden wohl zustimmen, dass wir einige Dinge unter Kontrolle haben, andere hingegen nicht.

Aber ist das so? 

"Es unter Kontrolle zu haben" verschafft dir ein angenehmes Gefühl. 
Unglücklicherweise ist dies jedoch sehr flüchtig und vor allem trügerisch. 

Wie ist es z.B. mit den Gedanken? Weißt du welcher Gedanke als nächstes bei dir auftaucht? 

Nun, ich würde einfach mal behaupten, du weißt es nicht, bis er von dir bemerkt wird und dann denkst du, DU hättest ihn "gemacht" oder eben gedacht. 
DENKST du. 
Und dass du das denkst, ist dann einfach wiederum ein weiterer Gedanke in der schier endlosen Gedankenkarawane. 

Gerade heute Morgen wachte ich auf und bemerkte, wie sich folgender Gedanke bildete:

"ALARM FÜR COBRA 11"

Ich mein, HALLO?! 

Was soll das???

Ich kenne die Serie kaum, sie interessiert mich auch nicht und ich hab in meinem Leben glaub ich keine einzige Folge davon wirklich bewusst gesehen. 

Das amüsierte mich. 

"Alarm für Cobra 11"

Wer oder was auch immer diesen Gedanken heut Morgen in mein Bewusstsein schickte, scheint auf jeden Fall ein Spaßvogel zu sein! :D 

Ich hab mich inzwischen gut damit arrangiert, nicht der Autor meiner Gedanken zu sein. 

Amüsiert betrachte ich, wie sich die Worte bilden und herausschreiben. Einfach so. 

Könntest du dich mit dem Gedanken anfreunden, nichts, aber auch gar nichts unter Kontrolle zu haben? 

Könntest du dich damit anfreunden, dass alles was du machst, denkst, magst, nicht magst, isst, trinkst, atmest, wahrnimmst... ein Ausdruck dieser einen universellen Kraft ist? Nenn es Gott, nenn es wie auch immer du möchtest.

<3 


(Kapuzinerkresse ist auch völlig außer Kontrolle!) 

© Text und Bild von Petra Illenseer

Samstag, 4. April 2015

Das Venedig Prinzip

Vor einiger Zeit habe ich meinen "La Serenissima"-Text ins Englische übersetzen lassen und ihn an die Venezianerin Tudy Sammartini geschickt, die in der wohl besten filmischen Venedig-Doku mitwirkte, die ich kenne, nämlich "Das Venedig Prinzip" von Andreas Pichler.

Tudy veröffentlichte meinen Text, den ich 2008 geschrieben habe, kürzlich ihrem Blog.  

Vielleicht habt ihr ja Lust ihn zu lesen. Wenn nicht, dann nicht! „smile“-Emoticon
(Für die Englische Version der Einleitung von Tudy, einfach nach unten scrollen!)
Lasst euch berühren! „smile“-Emoticon
Thank you Tudy! „smile“-Emoti


Tudy´s Blog: "STORIEVENEZIANE"

Film-Info zu "Das Venedig Prinzip": 


Amseln sind keine Vielflieger

Heute beobachtete ich ein ganze Weile zwei Amseln drüben auf dem Flachdach und fand, dass ihr Verhalten mindestens genau so lustig ist, wie ihr Gezwitscher.
Amseln gehören eindeutig zu meinen Lieblingsvogelarten. Dabei sind sie ja eigentlich so unscheinbar, dass einem fast entgehen könnte, wie drollig sie oft sind.
So wie ich das sehe, gehören Amseln nicht gerade zu den Vielfliegern unter den Vögeln. Eher zu den Fußgängern, denn man sieht sie häufig im Gras herumhopsen. Hin und her, vor und zurück und im Kreis rum. 

Sie suchen Insekten und Würmer... Die armen Würmer können einem manchmal schier leid tun, wenn sie von einer Amsel aus dem Boden herausgezerrt und dabei langgezogen werden. 

Na jedenfalls vorhin auf dem Flachdach ging das ungefähr so: 
Die eine Amsel tippelt nach rechts, 

die andere Amsel tippelt auch nach rechts, 
die eine Amsel tippelt wieder nach links, 
die andere auch, 
die eine tippelt wieder zurück nach rechts, 
die andere hinterher, 
dann wieder zurück...
Das ganze Schauspiel wiederholte sich noch etliche Male und wenn man glaubte, endlich ein Muster entdeckt zu haben, änderten sie auf ein mal ihr Verhalten. 
Sie liefen in entgegengesetzte Richtungen, 
mal aufeinander zu, dann wieder voneinander weg usw.
Gerade als ich mich an das neue Muster gewöhnt hatte, 
lief die eine Amsel plötzlich ohne Vorwarnung nach links Richtung Haus, die andere nach vorne zum Rand des Dachs und hüpfte in die Dachrinne.  
Sie blickte nach links und rechts, flog runter ins Gras von wo sie aber kurz darauf wieder auftauchte, um wieder in der Dachrinne zu landen und zur anderen Amsel zu tippeln.
Dann wieder vor zur Dachrinne, hineingehüpft, nach links und rechts geschaut, auf den Boden geflogen, wieder hoch gekommen, zur anderen Amsel getippelt... 
Nach zahlreichen Wiederholungen hat sie dann nicht mehr nach links und rechts geschaut, bevor sie abflog. Dachte sich wahrscheinlich: "Kommt ja eh nix, da kann ich genauso gut auch gleich losfliegen..." ;-) 
Manchmal sah es auch so aus, als würden sich die beiden Amseln abwechseln. Aber ich bin mir nicht sicher.
Ich weiß nicht, wie oft sich dieses Dachrinnengehüpfe, Bodengefliege und Herumgetipple wiederholte. Es verwirrte mich etwas.
Aber irgendwann waren sie dann schließlich fertig mit ihren Erledigungen oder vielleicht waren sie auch einfach zu erschöpft, um damit fortzufahren. 
Man weiß es nicht. ;-) 

Jeder halbwegs Vogelkundige könnte mir dieses Verhalten natürlich mühelos erklären.
Ich MÖCHTE es aber nicht, denn ich finde es weitaus amüsanter, NICHT zu wissen, warum die Amseln sich so benehmen. 

<3 

Donnerstag, 22. Januar 2015

Steh zu deinem "Sprung"

Ich habe eine so schöne Geschichte über einen indischen Wasserträger gehört, die ich hier gerne teilen würde. Eine Geschichte, die uns ermutigen soll, uns genauso anzunehmen wie wir sind. Auch wenn wir vielleicht den ein- oder anderen "Sprung" aufzuweisen haben. 

Wie sang Leonard Cohen so schön? - "Forget your perfect offering. 
There is a crack in everything. 
That´s how the light gets in."

Aber jetzt zur Geschichte: 



Ein Wasserträger in Indien besaß zwei große Töpfe, von denen jeder an einem Ende des Stabes hing, den er quer über den Schultern trug. Einer der Töpfe hatte einen Sprung und während der andere Topf makellos war und nach dem langen Weg vom Fluss immer eine komplette Ladung Wasser ablieferte, kam der rissige Topf nur halbvoll an. Dies ging so täglich zwei Jahre lang und der Träger lieferte immer nur eineinhalb Töpfe voll Wasser zum Haus seines Herrn.
Natürlich war der makellose Topf stolz auf seine Fähigkeiten und hielt sich für wie geschaffen zum Wasser tragen. Der arme rissige Topf jedoch schämte sich für seine Unzulänglichkeit und war unglücklich, weil er nur die Hälfte von dem leisten konnte, zu dem er eigentlich geschaffen worden war. Nach zwei Jahren des für ihn bitteren Versagens, sprach er eines Tages am Fluss zu dem Wasserträger: „Ich schäme mich und möchte mich bei dir entschuldigen.“
„Warum entschuldigen? Und wofür schämst du dich?“
„Die letzten zwei Jahre konnte ich nur die Hälfte des Wassers abliefern, weil durch den Sprung in meiner Seite das Wasser während des gesamten Rückweges zum Haus deines Herrn heraustropfte. Wegen meiner Unzulänglichkeit musst du arbeiten, ohne den vollen Lohn für deine Mühen zu bekomme.“ sagte der Topf.
Dem Wasserträger tat der alte rissige Topf leid. Voller Mitgefühl sagte er: „Wenn wir zum Haus des Herrn zurückkehren, möchte ich, dass du auf die wunderschönen Blumen entlang des Weges achtest.“ Tatsächlich, als sie den Berg hinaufgingen, sah der alte Topf wunderschöne Wildblumen am Wegrand. Das munterte den Topf auf.
Doch am Ende des Weges fühlte sich der Topf immer noch schlecht, denn er hatte wieder die Hälfte seiner Ladung verloren und er entschuldigte sich erneut für seinen Fehler. Der Träger sagte zum Topf: „Hast du bemerkt, dass die Blumen nur auf deiner Seite des Weges wuchsen, nicht aber auf der Seite des anderen Topfes? Das ist so, weil ich immer von deinem Sprung wusste und so säte ich Blumen auf deiner Seite des Weges und jeden Tag, wenn wir vom Fluss zurückkehrten, hast du sie gegossen. Zwei Jahre lang konnte ich diese wunderschönen Blumen pflücken um den Tisch meines Herrn zu dekorieren. Wärst du nicht so, wie du bist, hätten wir uns nicht an den schönen Blumen erfreuen können.  

:-)

© Bild von Petra Illenseer

Freitag, 2. Januar 2015

Freilaufende Gedanken zum neuen Jahr



Zum neuen Jahr haben sich natürlich auch wieder ein paar freilaufende Gedanken eingefunden, die sich nun sozusagen durch meine Finger hindurch ihren Weg in die Tastatur bahnen um eingetippt zu werden und gerade jetzt von dir gelesen werden.

Wie oft man doch versucht, dem Moment zu entkommen, weil er irgendwie "nicht gut genug" ist.
Dann versucht man, diesen so schnell wie möglich hinter sich zu bringen, weil der nächste Moment vielleicht die Erfüllung bringt. Und wenn der nicht, dann der nächste oder eben der übernächste. Man verschiebt alles und verpasst immer den Augenblick. Im Grunde ist jeder Moment gleich "gut". Erst die ständige Bewertung des Verstandes macht die Unterschiede, stellt Vergleiche an und teilt die Erfahrungsmomente in Kategorien ein.

Wobei das Angenehme natürlich erwünscht und das Unangenehme unerwünscht ist. Wenn man nicht aufpasst, ist man ständig auf der Flucht vor dem "Bösen" und auf der Suche nach dem "Guten". Manch einer auch anders herum. Die Suche, wonach auch immer, dauert so lange, wie sie eben dauert. Wenn sie aufhört, weil aufeinmal erkannt wird, dass das wonach man eigentlich suchte nie verloren war, mag sich Erleichterung einstellen. Bis auch diese wieder verschwindet und etwas anderes an deren Stelle tritt. Auf Ruhe folgt Aufregung, auf Ärger Gelassenheitheit, auf Traurigkeit Fröhlichkeit, auf Krankheit Gesundheit, auf Sonne Regen, auf Ebbe Flut, auf den Tag die Nacht... bis in alle Ewigkeit Amen... ;-)
Oder vielleicht auch nicht ganz so lang. Wer weiß. Eins haben wohl alle Lebewesen gemeinsam: Sie streben nach Glück, wie auch immer das für den Einzelnen aussehen mag. 

Was auch immer Glück für dich bedeutet: Mögest du reichlich davon haben im kommenden Jahr. Folge deinem Weg, selbst wenn du manchmal stolperst und es weh tut. Vertraue darauf, dass dich die Antworten und Lösungen immer zur rechten Zeit finden werden. 

:-) <3

© Text und Bild von Petra Illenseer